Tipps für die Gartenarbeit im Frühjahr

Wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling einläuten, zieht es Gartenfreunde und Naturliebhaber wieder raus an die frische Luft. Jetzt ist der Moment gekommen, um Ihren Garten fit für den Frühling zu machen.

Pflanzen auf Holztisch Gartenarbeit

Wann sollte ich damit beginnen meinen Garten für den Frühling vorzubereiten?

Diese Frage lässt sich klar und eindeutig beantworten. Sobald kein Schnee mehr liegt und keine frostigen Temperaturen mehr auftreten, wird die Zeit reif für die ersten Gartenarbeiten. Meist ist das ab März der Fall. Haben Sie dabei keine Angst vor unerwarteten Temperaturstürzen im April oder Mai: Wenn Sie beim Aussäen und Pflanzen die zeitliche Reihenfolge beachten, brauchen Sie sich um Ihre Keimlinge und Pflanzen nicht zu sorgen.

Geräte und Dünger

Was brauche ich, um meinen Garten fit für den Frühling zu machen?

Unverzichtbar sind Spaten und Harke für das Umgraben und die Auflockerung des Bodens, sowie eine kleine Schaufel für spätere Pflanzarbeiten. Um Laub und Unkraut zu beseitigen, benötigen Sie eine Harke oder einen Rechen. Um die Pflanzen und Bäume im Garten zurechtzuschneiden, sind geeignete Gartenscheren erforderlich. Denken Sie auch daran, gegebenenfalls ein Vertikutiergerät bereitzuhalten. Damit die Gartengeräte möglichst lange haltbar bleiben, sollten sie ab und zu gewartet werden. Hierzu müssen Sie die Gartengeräte putzen, entrosten und bei Bedarf einfetten. Abgenutzte Scheren sollten Sie umgehend schleifen.

Für das Anlegen der Pflanzen benötigen Sie, neben den Pflanzen und Samen selbst, geeignete Erde und passende Pflanzenkübel. Achten Sie hierbei auf die richtige Größe der Kübel. Besonders wichtig ist eine optimale Düngung der Pflanzen, damit diese in ausgewogener Weise mit Nährstoffen versorgt werden können.

©AdobeStock: Zur Auflockerung des Bodens eignet sich ein Rechen oder eine Harke.

Beliebte organische Dünger sind Hornmehl und Hornspäne, die für eine ausreichende Stickstoffzufuhr sorgen. Damit die Pflanzen gesund bleiben und üppig blühen, sollten sie außerdem mit Mineralien wie Phosphor und Kalium, sowie Spurenelementen versorgt werden. Letztere sind meist in Gesteinsmehlen vorzufinden. Noch einfacher ist es, wenn Sie als Düngemittel Kompost verwenden – ein bewährter und einfacher Universaldünger. Empfehlenswert sind hier zwei bis drei Liter pro Quadratmeter.Senden Sie im Zweifelsfall eine Bodenprobe an ein Labor, um Eigenschaften wie den pH-Wert oder den Phosphorgehalt zu ermitteln. Solche Proben werden von einer Vielzahl von kommunalen und privaten Instituten angeboten. In der Regel fällt dabei ein Kostenbeitrag von rund 20 Euro an.

Garten vorbereiten –
Welche To-dos gibt es?

Wenn Sie sich alle nötigen Utensilien zurechtgelegt haben, geht es frisch ans Werk. Dabei können Sie sich an den folgenden Ablauf orientieren:

1. Ordnung in den Garten bringen

Befreien Sie den Boden von Laub sowie von abgestorbenen Pflanzenteilen. Mit Hilfe von Fugenkratzern und Spachteln entfernen Sie Moos und Unkraut an Steinpflastern und Fugen.  

2. Rasen mähen, düngen und vertikutieren

Zwischen dem Mähen, Düngen und Vertikutieren des Rasens sollten jeweils einige Tage liegen. Ob das Vertikutieren wirklich nötig ist, können Sie herausfinden, indem Sie eine einfache Metallharke durch den Rasen ziehen. Wenn sich Moos oder Mähreste in der Harke verfangen, heißt das, dass der Rasenfilz entfernt werden muss. Andernfalls behindert der Filz die Sauerstoffversorgung und verhindert eine ausreichende Zufuhr von Wasser und Dünger.

3. Pflanzen und Baumkronen schneiden

Im Frühling haben Pflanzen und Baumkronen ihren jährlichen „Friseurtermin“. Die braunen Stängel von Stauden müssen bodennah abgeschnitten oder per Hand abgerissen werden. Im Gegensatz zu Stauden sollten Sie bei Obstbäumen allerdings nicht zu radikal vorgehen, damit nicht die fruchtvolle Ernte im Sommer oder Herbst zu verloren gehen droht. Ziergräser gilt es etwa eine Hand breit über dem Boden abzutrennen – so bleiben junge und frische Triebe unverletzt. Der Frühling ist zudem die ideale Jahreszeit, um Rosen und mehrjährige Kräuter zurückzuschneiden, wie etwa Lavendel oder Rosmarin.

4. Bei Bedarf: Beete umgraben

Beim Umgraben der Beete müssen Sie Vorsicht wahren. Während früher das Umgraben als die unverzichtbare Pflicht eines Gärtners galt, sind viele Experten heutzutage einer anderen Meinung.

Wir empfehlen: Graben Sie nur die Abschnitte des Gartens um, die bislang ungenutzt gewesen sind oder die gänzlich neu bepflanzt werden sollen. Ein Umgraben empfiehlt sich auch bei schweren Böden mit hohem Lehmgehalt.

Alleine in einem einzigen Kilogramm Erde leben Milliarden von Mikroorganismen, die wichtige Verdauungs- und Umsetzungsprozesse im Boden durchführen. Weil diese an bestimmte Faktoren wie Feuchtigkeit und Temperatur gebunden sind, sind diese Organismen nach einer bestimmten Struktur geordnet. Durch das Umgraben des Bodens gerät die Bodenstruktur nun durcheinander, wodurch die Organismen abzusterben drohen. Häufig gelangen dabei auch winzige Unkrautsamen an die Oberfläche, die nun zu keimen beginnen.

Mehr lesenWeniger anzeigen

5. Ausstehende Arbeiten

Vergessen Sie nicht, wichtige Restarbeiten zu erledigen. So müssen etwa Kübelpflanzen umgetopft werden, damit die Wurzeln wieder ausreichend Platz haben. Zudem müssen neu gesetzte Pflanzen mit dem Anstieg der Temperaturen ab April regelmäßig gegossen werden. Möchten Sie neue, bisher nicht verwendete Pflanzen ansäen, ist es außerdem an der Zeit, neue Beete auszuheben und etwaige Rankgitter im Boden zu verankern.

Aussaat: Tipps für Pflanzen und den richtigen Zeitpunkt

Pflanzensamen werden meist erst im Laufe des März ausgesät. Hierbei gilt es darauf zu achten, dass die Aussaat bei frostfreiem Wetter erfolgt. Eine Alternative ist das Anlegen von befestigten Frühbeeten.

©JoshuaLanzarini / unsplash: Aus diesen kleinen Samen werden später einmal mächtige Pflanzen wachsen.

Ziergarten

Für Ihren Ziergarten können Sie bei der Aussaat nach einer bestimmten Reihenfolge vorgehen:

  • Krokusse
  • Narzissen
  • Schneeglöckchen

  • Kornblumen
  • Ringelblumen
  • (Gelbes) Hornveilchen

  • Stiefmütterchen (einjährige Pflanze)
  • Primeln (einjährige Pflanze)
  • Dahlien (Spätblüher)

  • Geranien*
  • Fuchsien*
  • Fleißige Lieschen*

 

*Sommerflor:

Wegen der Frostanfälligkeit sollte der Sommerflor keinesfalls vor Mai verstreut werden.

©AdobeStock: Rosenbewachsung an Gartenzaun

Nutzgarten

Vieles von dem Gemüse, das hierzulande wächst, ist weitgehend frostresistent. Dazu zählen unter anderem der Eisberg- und Kopfsalat, Radieschen, Spinat oder Kohlrabi. Auch Gemüsesorten wie Mangold, Eichblattsalat oder Lollo sind gegenüber Kälte relativ unempfindlich. Letztere müssen jedoch vor Frost geschützt werden, indem sie in einem Gewächshaus angebaut oder in Töpfen hochgezogen werden. Im April folgt die Aussaat von Spargel, Kohl, Paprika und Erdbeeren. Mit manchen Pflanzen sollten Sie allerdings die Eisheiligen im Mai abwarten. So ist Frost etwa für Zucchini, Gurken oder Tomaten wenig bekömmlich.

©MarkusSpiske / unsplash: Ein sorgfältig gepflegter Garten macht nicht nur optisch etwas her.

Startklar für den Frühling!

An einem sorgfältig vorbereiteten Garten werden Sie das ganze Jahr über Ihre Freude haben. Sobald Sie alle Vorbereitungen abgeschlossen haben, können Sie endlich in den Frühling starten und zusehen, wie Ihre Pflanzen wachsen und gedeihen. Sollten bei der Gestaltung Ihres Gartens offene Fragen und Unklarheiten bestehen, können Sie sich auch von Fachleuten beraten lassen. Lohnen wird es sich in jedem Fall.